Gartenverband

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Historie

Von den Zünften zum Verein

Einladung zur ersten Versammlung
Einladung zur ersten Versammlung des Landesverbandes Schleswig-Holstein - Hamburg - Vorläufer des GVN e.V..

Erste Zusammenschlüsse von Gärtnern findet man im Hochmittelalter in Form von Zünften. Diese übernahmen vor allem die Kontrolle von Produktions-, Qualitäts- und Marktregeln, sowie über Entlohnung und Ausbildung der Arbeitskräfte. Die einzige Gärtnerzunft im Norden war in Lübeck zu finden (1370 bis 1867).

In Kiel bildete sich zudem eine „Grüne Gilde“. Gilden waren vor allem Handwerkszusammenkünfte. Beides, Gilden und Zünfte gab es nur bis zum Jahre 1830. Danach begann die Zeit der Vereine. Diese waren geprägt von dem gemeinsamen Interesse am Gärtnerischen. Deshalb fand man neben Gärtnern auch Hobbygärtner, Landwirte, Lehrer und Wissenschaftler in den Vereinen. 1855/56 wurde in Kiel der “Verein für Gartenbau in den Herzogtümern Schleswig, Holstein und Lauenburg gegründet (es gab rund 20 weitere lokale Ortsvereine). Diese Vereine beschäftigen sich mit der Verbreitung pflanzlicher Kenntnisse, der Verbreitung und Einführung neuer Nutzpflanzen, dem Versuchswesen, dem Verkauf und der Verteilung von Saatgut und dem Ausstellungswesen: 1869 beteiligte sich der Verein an der 1. IGA in Hamburg. Dies wurde zu einem großen Erfolg.

Im Laufe der Jahre zerfielen diese Vereine jedoch, weil die Interessen der Erwerbsgärtner sich kaum noch mit denen der Lehrer und Hobbygärtner vertrugen. 1873 wurde der 1. Handelsgärtnerverein in Flensburg gegründet, andere folgten bald. 1897 wurde die Landwirtschaftskammer in Schleswig-Holstein gegründet.

2 Weltkriege und die Weltwirtschaftskrise

Während des 1. Weltkriegs hatten die Gärtner jedoch schwer zu kämpfen, denn es wurden nur noch Obst- und Gemüsegärtner gefördert. 1924 wurde ein Reichsverband der Gärtner gegründet. Dort fanden sich die einzelnen Landesvertreter zusammen.Es folgten weiterhin schwere Jahre, denn die Weltwirtschaftskrise machte auch vor dem Gartenbau nicht halt. Aus diesem Grund blieb z.B. der Hamburger Großmarkt mehrere Wochen geschlossen. 1933 wurde die berufsständische Arbeit dann endgültig beendet und es erfolgte die Gleichschaltung in den Betrieben und Vereinen.Nach Beginn des 2. Weltkrieges herrschte ein zentralistisches Regulierungssystem. Z.B. musste man Gemüse produzieren, denn sonst erhielt man kein Saatgut. Dies waren die Jahre der Hamburger Vier- und Marschlande, denn in dieser Zeit wuchs dort Hamburgs Gemüsegarten heran.

Entstehung des ZVG und zweier Landesverbände

Nach 1945 führte die Notwendigkeit der Verteilung von Produktionsmitteln wieder zu Gesprächen zwischen einzelnen Gärtnern. Im Dezember 1946 entstand der „Zentralverband Gartenbau i. Gr.“ in Hamburg. Im Februar 1947 wurde der Landesverband Schleswig-Holstein unter Vorsitz von Heinrich Scheffler gegründet. Im Juli desselben Jahres wurde auch der Landesverband Hamburg gegründet. Die Hamburger und Schleswig-Holsteiner Gärtner waren sehr unterschiedlich. Während die Hamburger entweder Stadt- oder Erzeugergärtner waren mit einer starken Ausrichtung auf den Großmarkt, waren die Schleswig-Holsteiner eher kleine bis mittlere Betriebe mit überwiegender Selbstvermarktung. Trotzdem hatten beide Landesverbände Georg Nowara als gemeinsamen Geschäftsführer. 1950 wurde dann zum ersten Mal die Gärtnerbörse in Hamburg ausgerichtet und 1951 erschienen zum ersten Mal die „Norddeutschen Gartenbaumitteilungen“.Während sich sonst beide Verbände eher aus dem Weg gingen stellte die IGA 1953 ein gemeinsames Großereignis dar. Endlich hatte man ein gemeinsames Ziel. Diese Freude währte jedoch nicht lange, denn in den 60er Jahre bestimmte ein großes Problem das Leben der Gärtner. Es wurde nur noch über Europa diskutiert. Denn mit der EG kamen auch die „Fliegenden Holländer“ nach Norddeutschland und stellten eine kaum zu überwindende Konkurrenz dar. 1969 wurde in Lübeck die Treuhandstelle für Dauergrabpflege gegründet. Mit dem Golfkrieg kam die große Energiekrise. Rohölpreise explodierten und somit stiegen die Heizkosten der Gärtner in die Höhe. 

Der Gartenbauverband Nord entsteht

Nach schwindenden Mitgliederzahlen und vorhergehenden Überlegungen war 1975 die Fusion der beiden Landesverbände endgültig. Von dieser Zeit an bis 2005 war Helmut Werner Geschäftsführer des Gartenbauverbandes. Auf der Delegiertenversammlung wurden gewählt:

  • Hans Peter Cornils, Vorsitzender (Hamburg)
  • Joachim Jeß, Stellvertreter (Lübeck)
  • Detlef Stoltenberg, Schatzmeister (Tangstedt)
  • Albert Evers, Beisitzer (Harrislee)
  • Arthur Stender, Beisitzer (Hamburg)
  • Karl-Heinz Schoenemann, Beisitzer (Hamburg)

Auch die Landesfachgruppenvorstände wurden in dieser Zeit neu gewählt.

Die erste Bewährungsprobe des neuen Vorstandes war die erneute Energiekrise 1975/76.

1978/79 kam zu dem ein verheerender Schneesturm hinzu, der das Leben der Gärtner nicht gerade einfacher machte. 10 Mio. DM wurde damals von der Hagelversicherung gezahlt um den Schaden einzugrenzen, denn auf staatliche Hilfe brauchten die Gärtner nicht zu hoffen. Außerdem entbrannte in dieser Zeit die Diskussion über den Umweltschutz, die Landwirtschaftskammer und deren Zuständigkeitsbereich sowie über die Holländer. Es waren durchaus keine einfachen Jahre für den Erwerbsgartenbau.

Eine neue Zeit beginnt

Heutiges Verbandsgebiet des GVN e.V..
Heutiges Verbandsgebiet des GVN e.V..

1991 wurde der Vorstand in Präsidium umbenannt. Gleichzeitig wurde durch den Anschluss von Mecklenburg-Vorpommern das Verbandsgebiet vergrößert.

Heute sind die Mitgliedsbetriebe in 15 Kreisverbände organisiert. Außerdem besteht über den gemeinsamen Geschäftsführer Dr. Frank Schoppa seit 2005 eine enge Kooperation mit dem Bund deutscher Baumschulen Schleswig-Holstein.

Heutiges Verbandsgebiet des GVN e.V.. 

Der Gartenbauverband Nord e.V. vertritt in Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern rund 370 Gartenbaubetriebe. Davon hat jeweils gut die Hälfte der Betriebe ihren Sitz in Hamburg und in Schleswig-Holstein und ca. 30 in Mecklenburg-Vorpommern. Dabei sind besonders die Friedhofsgärtnereien hervorzuheben. Sie betreuen ca. 400 Friedhöfe, allein in Hamburg beträgt die Friedhofsfläche 1.000 ha.

Quelle: „Chronik des schleswig-holsteinischen Gartenbaus“, Franz Rickert, Kiel, Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Gartenbauverbandes Nord mbH, 1995